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Schweigeminute

Eigentlich wollte ich nur schnell twittern, dass ich die Schweigeminute für die Opfer rechter Gewalt morgen um 12:00 Uhr unterstütze. Dabei ist mir der Gedanke gekommen: Kann man eigentlich auch online schweigen? Gibt es die Möglichkeit, online gleichzeitig mit anderen bedeutungsvoll nicht zu kommunizieren? Kann man im Web überhaupt innehalten? Und wie kann das aussehen? Wie viele Menschen müssten mitmachen, damit eine Wirkung erkennbar ist?
Natürlich müsste auch bei einer Schweigeminute in der realen Welt ein Effekt im Netz entstehen, wenn genügend Leute sie ernsthaft einhalten. Denn eine Schweigeminute bedeutet ja nicht, dass man nur kurz mal den Mund hält, sie bedeutet, dass man unterbricht, was man gerade tut und sich auf den Anlass der Schweigeminute besinnt. Also auch nicht postet, twittert, bloggt oder ähnliches. Aber ein echtes Onlineschweigen wäre doch auch einmal eine Idee.Vielleicht hat es solche Aktionen ja auch schon gegeben.

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“Stars of Science” – Eine panarabische Reality-Show – ARTE

Das was in Nordafrika, dem Nahen und dem Mittleren Osten zur Zeit geschieht, erzeugt auch bei uns viele Reaktionen. Leider sind das häufiger Ängste vor Dingen, die für uns gefährlich werden könnten, als echte Anerkennung für die mutigen Leistungen und den schwierigen Wandel, der vor diesen Ländern steht. Wenn nicht gleich vor ,möglicher islamistischer Radikalisierung oder Flüchtlingsströmen, die Europa “überrennen” sollen, gewarnt wird, ist selbst in der positiven Berichterstattung aus diesen Ländern häufig eine gewisse Überheblichkeit und Herablassung zu spüren.  Nach dem Motto: oh jetzt kämpfen diese rückständigen, frauenfeindlichen Moslems für das, was sie unter Freiheit und Demokratie verstehen.

Ein anderer Blick auf die arabische Welt, jenseits von Stereotypen und Aufgeregtheiten, war jetzt auf Arte zu sehen:

“Stars of Science” – Eine panarabische Reality-Show – ARTE.

Es gibt in der arabischen Welt ein Reality-Casting-Format, das ich mir trotz einer Ausgeprägten Castingshowallergie ansehen würde.

Im Gegensatz zu den hier bisher gezeigten Formaten geht es nicht um Äußerlichkeiten und Nichtigkeiten sondern im wissenschaftliche Errungenschaften in Form von Erfindungen.

Der Beitrag auf Arte stellt die Show, ihre Macher und die vier FinalistInnen vor. Mit welchem Aufwand die Show produziert wird und welche Träume und Hoffnungen die TeilnehmerInnen haben wird genauso gezeigt,wie die Spannungen, die  durch so ein Format, dass in unterschiedliche Länder ausgestrahlt wird,entstehen.

Dabei wird auch auf kritische Aspekte eingegangen. Eine Zensur findet, besonders in den Tanzblöcken statt. Es wird auf  konservative Einstellungen Rücksicht genommen und das Frauenbild eines Teilnehmers stellt sich als ausgesprochen befremdlich dar.

Das ist für europäische Wertempfindungen, und auch für meine eigene Einstellung sicher ärgerlich oder sogar verkehrt. Aber trotzdem fiele es mir nicht schwer, zwischen DSDS, Supermodel oder dieser Show zu wählen.

Auf der einen Seite Shows, in denen die Kandidatinnen

  • sich immer noch ein bisschen mehr “sexy” geben sollen und der Ausschnitt, die lasziven Bewegungen oder die nicht mehr vorhandenen Kleidergrößen (Größe 0) über den Erfolg entscheiden
  • ärgerliche angebliche geschlechtstypische Verhaltensweisen (Zickenkrieg, Heulkrämpfe) inszeniert werden
  • und eine Karrierechance vorgegaukelt wird, für die der weitere Schulbesuch eher hinderlich ist.

Auf der anderen Seite eine Show

  • in der es um die Qualität der vorgestellten Erfindungen geht
  • in der das Privat- oder gar Intimleben der KandidatInnen keine Rolle spielt
  • in der das Frauenbild konservativer Gesellschaften herausgefordert wird
  • in der Begeisterung und Annerkennung für Wissenschaft erzeugt werden.

Welches ist wohl die Show, die Mädchen ermutigt, erfolgreich und mutig eine vernünftige Wahl für ihr Leben zu treffen?

Die Sendung kann noch für sieben Tage im Internet gesehen werden:
arte+7

So, das ist der erste Artikel hier, der als kontrovers angesehen werden könnte. Da mein LeserInnenkreis noch nicht so groß ist, und die Kommentare bisher kaum genutzt werden, fürchte ich keine wirklich bösen Kommentare, weise aber darauf hin, dass jeder Kommentar von mir nur dann freigegeben wird, wenn er sachlich und zum Thema ist. My blog, my rules.

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