“Diejenigen, die die Tore von Barad-dur durchschreiten, kehren nicht zurück.”
Zum Vergleich: http://www.3dvalley.com/gallery/faizal-rahmat/barad-dur-510268178. Die Ähnlichkeit ist verblüffend.
Wild und abenteuerlustig, wie wir nun einmal sind, sind wir auf Bäumen über Untiefen balanciert, haben Schnecken, Hunden und Kühen getrotzt und uns auch von den umherstreifenden Velociraptoren nicht verscheuchen lassen. Die Raptoren haben wir zwar nicht gesehen, aber gehört und der Wald sah allgemein so aus, als würde hinter jeder Biegung ein Saurier lauern. Obwohl, eigentlich sieht es überall so aus, als würde hinter der nächsten Ecke ein Saurier lauern.
Eingeordnet unter Geschichten
Es ist jetzt 11:00 Uhr am 6.7.12 und für mich die Zeit, mein persönliches* Fazit der 1. Langen Nacht des Schreibens an der Leuphana zu ziehen.
Die Nacht war ein voller Erfolg. Wer da war, wird dieses Fazit nicht überraschend finden, die gute Stimmung und arbeitsame Atmosphäre waren die ganze Zeit über greifbar. Das ist beileibe kein Eigenlob, sondern geht direkt an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mit ihrer guten Laune und ihrem Durchhaltevermögen die Nacht nicht zum Arbeitstag sondern zum Vergnügen gemacht haben. Der Testflug ist nicht nur gestartet, von meiner Seite aus kann es gerne ein Linienflug werden, einmal im Semester bin ich dabei.
Dieser erste Durchlauf hat gezeigt, dass eine Ankündigung wie “Ende offen” wirklich ernst genommen wird. Wir hatten bei der Planung damit gerechnet, dass spätestens um 2 Uhr ein massiver Einbruch erfolgen würde, aber die TN-Zahl nahm nur langsam ab. Wir haben den Arbeitseifer und Energie unserer Nutzerinnen definitiv unterschätzt. Selbst das Eintreffen der ersten Putzfrau in den frühen Morgenstunden (ca. halb vier) hat die Leute, die noch da waren, nicht abgeschreckt. Vielleicht hätte uns schon die Tatsache, dass auch bei den Beraterinnen und Beratern lange keine Ermüdungserscheinungen aufgetreten sind, auf eine echte “Lange Nacht” vorbereiten sollen. Und gerade als wir uns daran gemacht haben, die verbliebenen unermüdlichen Schreiberinnen zum Verlassen der Bibliothek zu bewegen erreichten die Ausläufer des Unwetters Lüneburg. Vielleicht ist es ein Trost für alle, die gehen mussten: auch ich war bis auf die Haut nass, als ich endlich zu Hause war. Um fünf Uhr war die Bibliothek dann aufgeräumt und bis auf die Putzfrauen und den Wachmann verlassen.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen während der Nacht haben deutlich gemacht, dass neben dem Wunsch nach der Wiederholung dieser Veranstaltung auch ein großes Bedürfnis nach der generellen Ausweitungen der Öffnungszeiten auch noch nach Mitternacht besteht. Natürlich ist das nicht vollkommen überraschend, aber es ist etwas anderes, ob man den Wunsch danach hört und von anderen Bibliotheken liest, die das haben oder ob man nachts um drei durch die Bibliothek geht und überall konzentriert arbeitende Menschen sieht.
* Dieser Beitrag ist kein offizielles Statement als Mitarbeiterin des MIZ der Leuphana Universität, sondern gibt meine persönlichen, privaten Eindrücke dieser Nacht wieder. Und er ist nach ca. 3-4 Stunden Schlaf geschrieben, also wahrscheinlich noch ungekämmter als üblich.
Eingeordnet unter Bibliothek, Gedanken, Geschichten
Es hilft nichts, über das Wetter zu klagen, daher versuche ich es jetzt zu beschämen. Es gab in diesem Jahr nämlich schon ausgesprochen schönes Wetter, auch hier in Niedersachsen. Nimm das! Sommer, Pfingsten war tausendmal schöner als Du! Diese Behauptung kann ich mit einem Erlebnisbericht von einer Radtour beweisen.
Nachdem ich etwas darauf warten musste konnte ich Pfingstsamstag, rechtzeitig vor dem langen Wochenende, mein neues Fahrrad abholen, und ich muss sagen, es ist eine ausgesprochene Schönheit in bordaux-violett. Ich hatte seit gut 12 Jahren kein eigenes Fahrrad mehr und wollte meine neue Mobilität mit einer kleinen Tour feiern. Ich hatte kein festes Ziel sondern wollte ein wenig die Landschaft rund um Lüneburg erkunden. Verpflegung (Apfel, Brot, Ei (nicht viereckig) und Buttermilch-Karamell-Muffins), Umgebungskarte und Sonnenschutzmittel eingepackt und los gings.Bei gloriosem Sonnenschein (Nimm das! s. o.) bin ich dann am Elbe-Seitenkanal gelandet und habe mir das Schiffshebewerk angesehen. Solche Dinge kann ich mir ja stundenlang ansehen. Also habe ich dort eine längere Pause gemacht und dem Schiffsaufzug bei der Arbeit zugesehen. Aber ich wollte ja mein Fahrrad einweihen und nicht nur dekorativ vor dem Hebewerk rumstehen lassen. Also habe ich mich wieder in den Sattel geschwungen und habe die Tour fortgesetzt.
Auf dem Rückweg auf der anderen Kanalseite bin ich dann noch auf dem Schützenfest in Scharnebeck eingekehrt und habe dabei an mein Bäschen (ich liebe dieses Wort, für alle die es moderner möchten: Cousine) Andrea gedacht, die gleichzeitig im Heimatort meines Vaters Schützenkönigen war. Bevor ich endgültig zurück nach Lüneburg gefahren bin, bin ich auch noch ein wenig auf der Suche nach Hügelgräbern im Wald herumgestolpert.
Noch eine Schlussbemerkung an den Sommer: Das Wetter war toll!
Eingeordnet unter Geschichten, Schönes
Nach einer längeren Pause (bedingt durch Jobsuche, Antritt des gefundenen Jobs, Pendelei zwischen Hamburg und Lüneburg und schließlich den Umzug nach Lüneburg) werde ich jetzt wieder aktiver werden.
Für alle die es interessiert, möchte ich einen kleinen Einblick in meine Arbeit bieten:
Zu meiner Arbeit an der Universitätsbibliothek der Leuphana Universität Lüneburg gehört unter anderem die Mitarbeit im IK-Team. Im letzten Jahr haben wir uns im Team zusammen gesetzt und auf Anregung von Anne Christensen, der Dezernentin Benutzungsdienste Drehbuchentwürfe für ein explainity-Video geschrieben. explainity ist ein Projekt, das aus dem Leuphana Innovations-Inkubator entstanden ist. (Auf ihrer Facebookseite könnt Ihr in dem Fotoalbum “Behind the Scenes: Erstellung des Clips ‘Staatsverschuldung’” auf einem Bild auch ein Bücherregal sehen, dass die Früchte meiner Arbeit enthält
).
Das Thema war, einfach zu erklären, wie in einer Bibliothek nach verschiedenen Publikationstypen gesucht werden kann und wie das im Zusammenhang mit dem Prozess der wissenschaftlichen Publikation steht. Meine Kolleginnen und ich haben uns alle an Drehbuchentwürfen versucht, und dabei gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, einfach zu sein. Besonders, wenn dabei trotzdem alles Wichtige gesagt werden soll. Als Inspiration habe ich mir immer wieder andere explainity Filme angesehen und ernsthaft versucht, die Bibliothekarinnenbrille abzusetzen. Im Büro ist mir das nicht so gut gelungen, dort habe ich aber entschieden, was für mich inhaltlich unbedingt in dem Video vorkommen sollte. Der kreative Geistesblitz ist mir dann auf der Bahnfahrt zwischen Lüneburg und Hamburg gekommen, als mir die Textzeile “Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt, dass Marmelade Fett enthält” nicht mehr aus dem Kopf ging. Diese Idee musste dann “nur noch” mit den inhaltlich wichtigen Fakten verbunden werden und voilà! fertig war der Entwurf.
In der Diskussion mit den Kolleginnen stellte sich dann heraus, dass wir wirklich sehr unterschiedliche Ideen entwickelt und dabei auch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt hatten. Aus den Entwürfen haben wir dann, nach einigen Änderungen und Ergänzungen, zwei an explainity zur Auswahl weitergegeben. Dort hat man sich für meine “Marmeladenversion” entschieden und ich finde das Endergebnis sehr gelungen.
Und hier ist das Ergebnis:
Eingeordnet unter Bibliothek, Geschichten