Es ist jetzt 11:00 Uhr am 6.7.12 und für mich die Zeit, mein persönliches* Fazit der 1. Langen Nacht des Schreibens an der Leuphana zu ziehen.
Die Nacht war ein voller Erfolg. Wer da war, wird dieses Fazit nicht überraschend finden, die gute Stimmung und arbeitsame Atmosphäre waren die ganze Zeit über greifbar. Das ist beileibe kein Eigenlob, sondern geht direkt an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mit ihrer guten Laune und ihrem Durchhaltevermögen die Nacht nicht zum Arbeitstag sondern zum Vergnügen gemacht haben. Der Testflug ist nicht nur gestartet, von meiner Seite aus kann es gerne ein Linienflug werden, einmal im Semester bin ich dabei.
Dieser erste Durchlauf hat gezeigt, dass eine Ankündigung wie “Ende offen” wirklich ernst genommen wird. Wir hatten bei der Planung damit gerechnet, dass spätestens um 2 Uhr ein massiver Einbruch erfolgen würde, aber die TN-Zahl nahm nur langsam ab. Wir haben den Arbeitseifer und Energie unserer Nutzerinnen definitiv unterschätzt. Selbst das Eintreffen der ersten Putzfrau in den frühen Morgenstunden (ca. halb vier) hat die Leute, die noch da waren, nicht abgeschreckt. Vielleicht hätte uns schon die Tatsache, dass auch bei den Beraterinnen und Beratern lange keine Ermüdungserscheinungen aufgetreten sind, auf eine echte “Lange Nacht” vorbereiten sollen. Und gerade als wir uns daran gemacht haben, die verbliebenen unermüdlichen Schreiberinnen zum Verlassen der Bibliothek zu bewegen erreichten die Ausläufer des Unwetters Lüneburg. Vielleicht ist es ein Trost für alle, die gehen mussten: auch ich war bis auf die Haut nass, als ich endlich zu Hause war. Um fünf Uhr war die Bibliothek dann aufgeräumt und bis auf die Putzfrauen und den Wachmann verlassen.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen während der Nacht haben deutlich gemacht, dass neben dem Wunsch nach der Wiederholung dieser Veranstaltung auch ein großes Bedürfnis nach der generellen Ausweitungen der Öffnungszeiten auch noch nach Mitternacht besteht. Natürlich ist das nicht vollkommen überraschend, aber es ist etwas anderes, ob man den Wunsch danach hört und von anderen Bibliotheken liest, die das haben oder ob man nachts um drei durch die Bibliothek geht und überall konzentriert arbeitende Menschen sieht.
* Dieser Beitrag ist kein offizielles Statement als Mitarbeiterin des MIZ der Leuphana Universität, sondern gibt meine persönlichen, privaten Eindrücke dieser Nacht wieder. Und er ist nach ca. 3-4 Stunden Schlaf geschrieben, also wahrscheinlich noch ungekämmter als üblich.

