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Winterdom 2012 im Nebel

Gestern war ich mal wieder mit Freundinnen auf dem Hamburger Dom. Es war ein feuchter und nebliger Novembertag, der dem Dombesuch eine ganz besondere Note verliehen hat.

Riesenrad im Nebel

Winterdom 2012: Riesenrad im Nebel

Die Lichter der Buden und Fahrgeschäfte waren diesmal nicht aufdringlich, sondern eher anheimelnd und einladend. Hat mir gut gefallen. Es war aber nicht so neblig, dass uns neue Werbeelemente nicht aufgefallen wären.
Werbelöwe von Löwenbräu

“Hear me roar”

Die leicht unheimliche Nebelatmosphäre passte besonders gut zu den kopflosen Dekofiguren auf dem Landmarkt. Mir haben sie natürlich zugesagt und obwohl kopflos waren sie nur halb so verstörend wie die Märchenfiguren mit den seltsamen Gesichtsausdrücken, die es sonst schon mal gibt.

Bei einigen der Fahrgeschäfte ist mir dann aufgefallen, wie praktisch es gewesen wäre, wenn ich nicht nur einmal vor zwei Jahren hier eine Domkritik verfasst hätte, sondern jedes Mal. Ich musste nämlich arg im Gedächtnis kramen und auch meine Begleiterinnen fragen, um herauszufinden, welche Attraktionen ich schon kannte und vor allem, welche mir gefallen hatten. Zukünftig werde ich versuchen, jeden Dombesuch hier zu dokumentieren. Ich habe mich diesmal auf eine Sache beschränkt, den Flasher. Das ist eine 70m hohe Schaukel/Schleuder mit Überkopf-Elementen. Schon bei der Beobachtung von unten ist uns aufgefallen, dass kein Kreischen zu hören war und bis auf kurze Momente sah es auch nicht sehr schnell aus. Aber 70 Meter sind schon eine Hausnummer und ich konnte einfach nicht widerstehen.

Flasher: 70 Meter!

Der Eindruck von unten hatte nicht getäuscht, vom Tempo her war es eher riesenradähnlich, aber die Konstruktion der Sitze ließ Überschläge und Drehungen zu, die schöne Gefühle der Desorientierung erzeugten. Der Nebel hat das dann noch verstärkt. Die Höhe war aber der absolute Pluspunkt. Besonders am Ende, als wir (ich und meine Mitfahrer_innen, nicht meine Freundinnen, die sind unten geblieben :-) ) so lange oben warten mussten, bis die Mitfahrer_innen unten ausgestiegen waren, war es atemberaubend. Wir sitzen oben, der Blick geht in alle Richtungen nicht besonders weit, selbst vom Dom sind nur die Dinge direkt unter uns und die hellsten Lichter im Nebel zu sehen. Da kommt dann schon Nervenkitzel auf. Mein adrenalinsüchtiges Hirn übertreibt es dann noch ein wenig und gibt mir die Idee ein, dass jetzt ja nach und nach alle Lichter verlöschen könnten und ein Stromausfall uns in der feuchten Kälte und Dunkelheit 70 Meter über dem Grund festhalten könnte. (Ich habe nie behauptet, dass die Kombination aus meinem düster-vergnügungssüchtigen Hirn und großen Höhen zu guten Dingen führt.) Natürlich geschah nichts dergleichen und nach für meinen Geschmack viel zu kurzer Zeit hatte die feste Erde uns wieder.
Soviel zum Winterdom 2012, jetzt warte ich auf den ersten Dom 2013.

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Weeding

Nach den Artikeln mit Fernsehtipps jetzt mal ein Beitrag mit Bibliotheksrelevanz. Ein paar ungeordnete Gedanken zu einem Thema, dass mir mehrmals im Studium sowohl in der Theorie wie auch in der Praxis begegnet ist.

Vor meinem Studium war mir nicht wirklich bewusst, dass es auch zum Beruf einer Bibliothekarin gehört, Bücher systematisch aus dem Bestand zu entfernen. Natürlich kommt jeder mit ein bisschen Nachdenken darauf, dass Bibliotheken nicht unendlich groß sind und für neue Bücher alte weichen müssen. Im englischen Sprachraum spricht man da von weeding - und jäten ist dabei ein wirklich gutes Bild für diese Tätigkeit. Überzähliges und Störendes wird entfernt, damit der Rest des Bestandes Platz und Luft hat, um im besten Licht zu erscheinen. Eine Seite, auf der einige der bemerkenswertesten Auswüchse, die dabei in Bibliotheken gefunden wurden, präsentiert werden, findet sich hier: Awful Library Books.

Auch in meinem Praxissemester in der Schulbibliothekarischen Arbeitstelle der Bücherhallen Hamburg bin ich dem Problem begegnet, das nicht jedes Buch ein Segen für die besitzende Bibliothek ist. Für die Broschüre, in der wir unsere Praktikumseindrücke gesammelt haben, habe ich einen Beitrag dazu geschrieben.

Praktikumseindrücke

Sandra Dahlhoff - Praktikumseindrücke

Die Originaldatei dazu ist leider nicht mehr da, daher habe ich den Beitrag eingescannt:
Sandra Dahlhoff – Praktikumseindrücke

Aber nicht nur in öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken ist der Umgang mit ausufernden Beständen ein Problem. Ein erinnerungswürdiger Moment meines Studiums war die Präsentation der Projektergebnisse für den Auftraggeber nach dem Projekt im 5. Semester. Dazu waren nicht nur MitarbeiterInnen der Bibliothek sondern auch alle interessierten Universitätsangehörigen geladen. Die Aufgabe unserer Projektgruppe war es, ein Lernortkonzept für die Universitätsbibliothek der Helmut-Schmidt-Universität zu erstellen. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie ein idealer Lernort aussehen könnte, welche Einrichtungen und Services dazugehören und wie sich das umsetzen lassen könnte. Ein Problem dabei war, das es in der Bibliothek einfach nicht genug Platz für viele unserer Ideen gab. Unser ebenso einfacher wie naiver Lösungsvorschlag war, dass die Bibliothek ihren Bestand an Büchern verkleinern soll. Die Reaktionen darauf waren erhellend. Man hätte glauben können, wir hätten eine öffentliche Bücherverbrennung vorgeschlagen. Dabei haben wir ganz harmlos davon gesprochen, die Bücher auszulagern und noch nicht einmal das Böse L-Wort (Löschen) erwähnt. Die folgende Diskussion drehte sich dann kaum noch um die Ideen, wie ein guter Lernort aussehen könnte, sondern nur noch um unseren unverschämten Vorschlag, Bücher aus der Bibliothek zu entfernen. Wer sich für das ganze Projekt interessiert findet den Projektbericht auf dem Dokumentenserver der HSU-Bibliothek.

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Kurze Domkritik

Nein, es geht hier nicht um Kirche und Religion, sondern um Nervenkitzel und Geschwindigkeit. Ich liebe beides und wenn ich zwischendurch auch noch kopfüber hänge, bleiben bei mir selten Wünsche offen. Allerdings habe ich ein paar Jahre mangels Gelegenheit darauf verzichtet. Seit ich in Hamburg lebe, hole ich das auf dem Dom nach. Meine bisherigen Favoriten sind die Fünfer Olympia Loopingbahn ,  der Turm Countdown und besonders der Top Spin 2.

Achterbahn

Fünfer Olympia Loopingbahn 2008

Ich war jetzt zweimal auf dem diesjä hrigen Winterdom und habe dabei jeweils ein neues Fahrgeschäft getestet: beim ersten Besuch den Booster Maxxx Mega G4 und beim nächsten das XXL. Beide sehen spektakulär aus, wenn man davor steht und die ich habe mich sehr drauf gefreut. Das XXL hat meine Erwartungen auch vollkommen erfüllt, wenn es auch nicht an den Top Spin 2 herankommt. Der Booster Maxxx war eine kleine Enttäuschung. Es hat zwar Spaß gemacht, aber statt Nervenkitzel habe ich eher Entspannung gefunden. Wenn ich noch einmal auf den Winterdom gehe, versuche ich vielleicht den Flash.

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