Monatsarchiv: März 2012

#bkc12 Verantwortung abgeben – Teil 1

Verantwortung abgeben tauchte als zentraler Gedanke bei zwei Sessions auf, die ich auf dem Bib meets Knowledge Camp 2012 in Köln besucht habe. Beide Sessions haben für  mich auch als Augenöffner gedient und dazu geführt, dass ich mein eigenes Handeln im Berufsalltag wieder verstärkt hinterfrage. Die erste der Sessions war openlearningspace am Vormittag, die andere Essen und Trinken im Lesesaal am Nachmittag.

Mit dem Thema open-space learning (Seite der Universität Warwick, wo die Methode entwickelt wurde: http://www2.warwick.ac.uk/fac/cross_fac/iatl/projects/osl-final/) und inverted classroom (Seite zur Inverted Classroom Konferenz Marburg 2012: http://invertedclassroom.wordpress.com/)  habe ich mich erst vor kurzem ein wenig beschäftigt und wurde dabei stark an meine Bachelorarbeit erinnert, wo ich versucht habe,  für die Vermittlung von Informationskompetenz ein WebQuest zu entwickeln. Das alles sind Ansätze, die das Verständnis von Lehren und Lernen von einer hierarchischen Lehrer-Schüler Situation im klassischen Unterricht verändern wollen. Es geht dabei um Formen des kollaborativen Lernens, Vorbild für dieses Verständnis von Lernen sind Situationen von peer-learning, im Fall von open-space learning z. B. der Proben-Workshop beim Theater.

Menschen, die ein gemeinsames Interesse an einem Thema haben tauschen sich darüber aus und erarbeiten sich neues Wissen und Lösungsansätze. Wissen wird nicht mehr von den Wissenden an die Unwissenden immer in eine Richtung weitergegeben, sondern in einem Netz über unterschiedliche Verknüpfungen verteilt.

In der Diskussion während der Session kamen dabei ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Rollen auf, die wir dabei einnehmen können. Die Rolle der WissensvermittlerInnen, die eine Schulung durchführen, nach der die TeilnehmerInnen etwas gelernt haben, passt dabei nicht mehr.  Doch wie kann die neue Rolle aussehen? Es ging auch um die Hürden, die der vor dem Einsatz neuer Methoden auftauchen können. Das können die vorliegenden Beschränkungen der Ressourcen (Personal, Zeit, Räume) sein, aber auch die fehlende Begeisterung für das Thema “Literaturrecherche.” Die Menschen, die Veranstaltungen der Bibliothek besuchen, tun das in den seltensten Fällen weil Sie alles über uns lernen wollen, die Bibliothek ist für sie ein Mittel zum Zweck. Aber wenn wir Glück haben bringen die NutzerInnen ein Interesse und ein Vorwissen zu ihren Themen mit, das unseres übertrifft. Wir benötigen dann den Mut, uns von unserer Rolle als WissensvermittlerInnen zu lösen und der gesamten Gruppe die Verantwortung für das Gelingen von Lernen zu überlassen.

Wenn man die Grundlagen des open-space learnings ernst nimmt, dann muss man schlussendlich wirklich mit den Menschen, die mit einem im Schulungsraum sind ein Thema gemeinsam erarbeiten. Diese Idee finde ich sehr verlockend. Und jetzt stellt sich für mich die große Frage:  warum gehe ich keine Schritte in diese Richtung? Warum sitze ich immer noch allein vor einer Gruppe und “vermittele Wissen”? Warum lasse ich mich von den Vorgaben zu Zeit, Ort,  Raum,  Stoff ins Bockshorn jagen und versuche nicht mehr zu erkunden, wo Spielräume möglich sind? Ich hoffe, dass sich mir in nächster Zeit die Möglichkeit bietet, für mich neue Wege zu gehen und mein Handeln mehr mit meinen grundsätzlichen Einstellungen in Einklang zu bringen. Und das ich diese Gelegenheiten dann auch erkenne und wahrnehme.

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Twittern unter Fremden

Ich habe schon länger ein Twitteraccount und finde die Idee des Twitterns eigentlich cool. Aber abgesehen von wenigen kurzen Phasen hektischer Aktivität twittere ich eher unzuverlässig bis gar nicht. Ich habe mich gefragt, was die Ursache dafür sein könnte. Natürlich wirkt es sich negativ auf die Motivation aus, wenn einer nur wenige Menschen folgen. Aber je aktiver und interessanter getwittert wird, umso weiter spannt sich irgendwann das Netz und daher hatte ich eigentlich nicht vor, mich davon ins Bockshorn jagen zu lassen. (Was ist eigentlich ein Boxhorn und warum sollte überhaupt jemand irgendwen dort hinein jagen? Antworten darauf nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen.)

Zurück zum Thema. (Zu dem ich mir auch schon früher Gedanken gemacht habe.) Ich denke nämlich, dass ich weiß, warum mir die Motivation zum kontinuierlichen Twittern fehlt. Die Informationen, die ich über Twitter teile, möchte ich nicht nur mit Fremden, entfernten Bekannten oder KollegInnen teilen. Ich möchte sie auch mit den Menschen teilen, die mir nahe stehen, also mit engen Freunden und meiner Familie. Von denen sind die meisten aber nicht bei Twitter und haben auch nicht die Absicht, sich dort zu betätigen. Und einige von ihnen sind auch nicht bei Facebook. Das bedeutet, dass ich die Informationen, die ich twittere oder auf Facebook veröffentlich immer noch einmal auf anderen Wegen an die Menschen weiter gebe, bei denen ich wirklich möchte, dass Sie wissen, was bei mir im Leben vorgeht. Und wenn ich schon eine Mail an meine Lieben schreibe, fehlt mir anschließend oft die Motivation, das nochmal auf anderen Kanälen in die Welt zu babbeln. Oder mir vergeht schon bei der Entscheidung, wie ich jetzt wem mitteile, dass ich grade die Skiflug-WM sehe oder ein lustiges Bild von Darth Vader in Düsseldorf gefunden habe die Lust, das überhaupt noch mit jemanden zu teilen. Die Teilnahme an der Kommunikation 2.0 ist halt ein schweres Schiksal.

Und für alle, die es interessiert, Ihr findet das Bild von Darth Vader auf Facebook.

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